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Zeugnisse

Arnold Melentjev, Rheinau

Von Krebs und von allen Sünden geheilt

 Mein Name ist Arnold. Ich bin 72 Jahre alt und will zu Ehre Gottes mein Zeugnis sagen. Vor drei Jahren wurde mein Leben total verändert. Der Herr hat mich in einem Augenblick von Krebs geheilt und von allen meinen Sünden. Er hat mich befreit von schlechten Gewohnheiten aber das Wichtigste ist, ich bin sein Kind geworden. Mein Problem war, obwohl ich an Gott glaubte, habe ich Ihn nicht ernst genommen. Und er hat einen Weg zu meinem Herz durch die Krankheit gefunden. Jetzt bin ich glücklich, weil er mich gefunden hat und weil er mich liebt. Ich habe 22 Jahre in der Kohlengrube gearbeitet. Auch zu jener Zeit hat der Herr durch den Heiligen Geist mich bewahrt. Ich bin einfach zur rechten Zeit von dem Platz weg gegangen, an dem später ein Unfall passieren könnte. Die Kollegen haben mich gefragt, woher wusstest du, dass du weggehen solltest? Ich wusste es nicht, aber durch die Gebete meiner Frau und ihrer Geschwister wurde ich bewahrt. Jetzt danke ich Gott für alles, für alles, was er mir unverdient geschenkt hat. Ich weiß eins, Gott gefällt es, wenn man Ihm ein Danke sagt und Ihn von ganzem Herzen lobt.

Arnold Melentjev, Rheinau

Natalie Walter, Neckarsulm

Mein Weg zur Freude in Jesus

„…Gott ist Liebe, und wer in der Liebe lebt, der lebt in Gott und Gott lebt in ihm.“ (1.Joh. 4,16)

Dass Gott Liebe ist, habe ich in meiner „Esoteriklaufbahn“ schon früh begriffen. Da wird auch von Gott gesprochen und es werden sogar Bibelverse zu Erklärungen einiger Sachverhalte zitiert. Das erinnert mich an die Zeit, als Satan versucht hat, Jesus zu verführen und dabei Gottes Wort zitierte.

Wenn ich davon erzähle, wie ich zum Glauben an Jesus Christus gekommen bin, muss ich weit ausholen bis in meine Kindheit.

Unsere Familie war nie gläubig, wir hatten keine Ikonen wie die meisten russisch-orthodoxen Familien und ich war nie als Kind getauft worden. Gebete haben auch nie zu unserem Alltag gehört.

Gefühle haben keine wichtige Rolle gespielt, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, irgendwann von meinen Eltern ein „Ich liebe dich“ gehört zu haben.

Als ich mit meinen Eltern und zwei Schwestern 1996 mit zwölf Jahren nach Deutschland kam, ist in mir etwas gebrochen. Ich war vorher immer ein „Leader“ in der Schule, auf dem Hof und überall, wo ich war. Ich musste mich immer beweisen, denn wenn ich nicht die Beste war, hatte ich keine Zuwendung bekommen. Jetzt war ich hier in Berlin angekommen, wo ich die Sprache nicht richtig konnte, wo ich mich mit einem der letzten Plätze in der Schule zufrieden geben musste, wo ich beschimpft und belächelt wurde, weil ich nicht alles verstand und auch nicht akzentfrei sprach. Ich konnte leider mit meinem Schmerz zu niemandem kommen, weil ich mich dafür geschämt habe, dass ich nun nicht mehr die Beste war und so habe ich alles in mich hineingefressen.

Meine Eltern waren selbst mit ihren Schmerzen und der Sehnsucht nach der Heimat beschäftigt, sodass wir drei Mädels selbst zurechtkommen mussten. Als ich dreizehn war, wurden wir in eine Gemeinde eingeladen, wo ich mich zuerst sehr wohl fühlte. Ich hatte mich auch bekehrt – heimlich. Ich habe davon niemandem erzählt und nur eine Notiz in der Bibel gemacht, die ich kürzlich erst gefunden und somit mich daran erinnert hatte.

Leider schläft der Teufel nicht… Ein Jahr später stand ich schon mit Jugendlichen auf den Hinterhöfen und habe mich jedes Wochenende betrunken, bis ich mich übergeben musste. Irgendwann kamen auch leichte Drogen in mein Leben. So ging es weiter bis ich 16 war. Meine Eltern bekamen nichts davon mit. Sie sagen jetzt immer noch, dass ich ein einfacher Teenager war. Mit 16 habe ich meine erste große Liebe kennengelernt und bin nach meinem damaligen Verständnis vernünftig geworden. Als die Beziehung nach drei Jahren zu Ende ging, fiel ich in ein tiefes Loch. Ich versuchte, mich mit anderen Jungs abzulenken, was mir aber nicht gelang. Irgendwann mit 20 fing ich an, das tiefe Loch in mir mit übermäßigem Essen zu stopfen und dieses wieder mit „Fingern in den Mund“ wieder auszuspucken. Bulimie war für mich damals schon ein Begriff und ich wusste, dass mein Leben dadurch auf der Kippe stehen könnte. Also habe ich es meiner Mutter erzählt, bevor es zu spät wurde. Meine Mutter wusste nicht recht, was sie damit anfangen und wie sie damit umgehen sollte. Ich suchte nach Unterstützung und erzählte es meiner Cousine, die mir damals sehr nah stand. Sie schlug mir vor, mir jeden Tag Suggestionen und Affirmationen vorzusprechen. Es ging dabei darum, mir selbst einzureden, dass ich wertvoll bin und dass ich mich liebe. Das war meine erste Berührung mit Esoterik. Es half mir, mit meinem psychischen Zustand fertig zu werden. Ich machte mir Collagen, mit Bildern von meinem Leben, das ich mir gewünscht hatte und habe über jedes einzelne Bild jeden Abend in einer Meditation affirmiert. Einer dieser Wünsche war es zu heiraten und so habe ich meinen jetzigen Ehemann kennengelernt.

Jetzt durch Christus weiß ich, dass alle diese Lehren vom Teufel kommen. Der Teufel gibt dir nichts, ohne dir etwas dafür weg zu nehmen. Das habe ich schnell erfahren müssen. Zwei Monate nach der Hochzeit landete ich im Krankenhaus, denn ich war schon in der 21. Schwangerschaftswoche und meine Fruchtblase war geplatzt. Die Ärzte wollten mir einen Wehentropf anlegen und meine Tochter auf die Welt bringen. Ich erinnere mich immer noch an die Frage der Ärztin: „Wenn das Kind lebt, braucht es Sterbehilfe?“ Da brach die Welt für mich zusammen. Meine Mutter brachte mir alle möglichen orthodoxen aufgeschriebenen Gebete. Jeden Tag im Krankenhaus betete ich, dass ich meine Tochter gesund auf dem Arm halten könnte. Ich wollte alles dafür geben und wage mich zu erinnern, dass ich Gott mein Leben widmen wollte, wenn Er mir meine Tochter lässt. Ich fing sogar an, wieder in der Bibel zu lesen. Im Krankenhaus bekam ich in den zwei Monaten viel Kraft und Hoffnung. Als ich mich ein paar Jahre danach an die Zeit erinnerte, fragte ich mich immer, woher ich so viel Kraft hatte.

Jetzt weiß ich, dass es Gott war, der mir die Kraft gegeben hatte. Als meine Tochter auf die Welt kam und sie wie durch ein Wunder gesund und munter war, ist Gott für mich leider wieder in Vergessenheit geraten. Erst jetzt, als ich dieses Zeugnis schreibe, wird mir bewusst, was ich meinem Gott für einen Schmerz angetan  habe…

Wieder versuchte ich alle meine Probleme durch Affirmationen, Suggestionen, Yoga und Meditation zu bewältigen. Es schien für einen kurzen Zeitraum auch immer zu funktionieren. Es wird gelehrt, man solle alles machen, was sich in dem Augenblick gut anfühlt und immer auf sein Bauchgefühl hören und das habe ich gemacht. Auch in meiner Ehe versuchte ich, mir mein Recht auf das „Gute für mich“ herauszufordern. Es war immer ein Kampf in mir. Ich wollte eine gute Ehe führen, die sich für mich aber nicht so gut angefühlt hat. Mein Mann hat gewisse Suchtprobleme. Das hat mich und nun auch unsere zwei Kinder immer mitgerissen. Ich hatte keine Hoffnung mehr. Nachdem ich mich zum zweiten Mal von meinem Ehemann getrennt hatte und wir unser neu gebautes Haus verkauft hatten, wurde ich von meiner 10-jährigen Tochter in die Gemeinde Gottes in Heilbronn mitgeschleppt. Ich weiß nicht mehr, was da gepredigt worden ist, aber ich weiß noch, dass ich den ganzen Gottesdienst geweint habe. Mich hat der Heilige Geist an diesem Tag so sehr berührt. Eigentlich dachte ich, dass ich nicht mehr weinen könnte, weil ich keine Tränen mehr übrig hatte, aber Gott hat damals schon meine Wunden aufgerissen, damit der Eiter heraus kommt und die Wunde geheilt werden kann. Nach dem zweiten Gottesdienst kehrte ich zu meinem König Jesus zurück. So eine Freude und Liebe, wonach ich die ganze Zeit gesucht habe, erfüllte mein Herz. Erst jetzt verstand ich, was Jesus eigentlich für mich persönlich getan hat.

Ich wollte von nun an alles tun, um Gott Freude zu bereiten. Nicht weil ich die Gesetze erfüllen wollte, denn wenn wir in Jesus sind, sind wir außer Gesetz, sondern aus meiner großen Liebe zu Ihm.

Mein Ehemann und ich haben nun den Weg zueinander wieder gefunden. Es ist bei uns noch viel zu reparieren, um einen gesunden Umgang miteinander zu haben, vor allem weil er nicht mit Gott lebt, aber Gott hat mir ein vergebendes und liebendes Herz geschenkt, das jeden Tag aufs Neue vergibt, neue Hoffnung schöpft und mehr und mehr lieben lernt. Ich habe mein Leben in Gottes Hände abgegeben und vertraue darauf, dass Gott einen guten Plan für mich hat und ich für meinen Teil bete für meine Kinder, meinen Mann und meine Eltern, dass sie auf dieselbe Art und Weise Gott kennenlernen, wie ich es getan habe.

Natalie Walter, Amorbach